Kulturverein BACKWOOD
Harrachsthal 8
4272 Weitersfelden
backwood@servus.at www.backwood.at


Amtspalast
Markt 11
4272 Weitersfelden 03 Juni 2013


betrifft: FÖRDERUNG DER KULTURELLEN AKTIVITÄTEN


Sehr geehrte Damen und Herren im GR


Den Kulturverein BACKWOOD gibt es einige Jahre in der Gemeinde Weitersfelden. Er realisiert Veranstaltungen in dem weitgehend unbekannten Gebäude GARAGE DRUSHBA in Harrachsthal. Wie Sie wissen, können kulturelle Einrichtungen von der Staatsoper abwärts nicht ohne Förderungen existieren. Warum das so ist in zivilisierten Gesellschaften, das würde den Rahmen dieses Antrages sprengen. Sie können es aber über Suchmaschinen im Internet herausfinden. Ohne Kulturförderung gäbe es wahrscheinlich nur noch Militärparaden, Autorennen und Weltmeisterschaften von allem möglichem.
Die Aktivitäten des Vereins BACKWOOD wurden bislang von offizieller Seite, also von der KulturAdministration unterstützt, und zwar von der Kulturdirektion der OÖ Landesregierung und von der Sektion V des BMUKK (Bundesministerium Unterricht Kunst Kultur). Die Grundzüge der kulturellen Tätigkeit des Vereins entnehmen Sie unseren Anträgen aus den vergangenen Jahren und den auf der website des Vereins dokumentierten Projekten und Veranstaltungen.
In den vergangenen Jahren nun hat sich etwas geändert. Bürgermeister Hölzl wollte immer gerne, wie er mir persönlich versicherte, Veranstaltungen des Kulturvereins besuchen. Er hat sich jedoch davor gefürchtet, dass er im Brandfalle nicht schnell genug aus dem Gebäude fliehen könne, weil die Holzdecke möglicherweise nicht der gewünschten Brandwiderstandsklasse entspreche. Auch hat er befürchtet, dass er auf Grund eines fehlenden Kaminbefundes ein unverhältnismäßig großes Risiko eingehen könnte. Sogar im Sommer. Also ausserhalb der Heizperiode. Herrn Hölzl waren auch die verwendeten Scheiben aus Fensterglas nicht sicher genug. Dies im Hinblick auf einige Achterl Veltliner aus dem Kamptal, die er beim Besuch einer Kulturveranstaltung üblicherweise zu konsumieren pflegt und dabei eventuell eine Scheibe touchieren könnte. Schliesslich aber bereitete ihm die Verwendung der KompostToilette Sorgen. Nicht nur weil er der Meinung ist, dass das was der Mensch in einer Toilette produziert, mit Trinkwasser in ein Rohrsystem gespült werden sollte, sondern weil er sich um die Bauunternehmen sorgt, die die Anlagen bauen und die Banken, die die Bauvorhaben durch Kredite finanzieren. Jedenfalls konnte Bürgermeister Hölzl den Verein bescheidmäßig davon überzeugen, dass die Verwendung des Gebäudes für kulturelle Veranstaltungen im Sinne des OÖ Veranstaltungssicherheitsgesetz nach § 1 Abs 1 nicht geeignet ist.
Der Verein Backwood ist deshalb dazu übergegangen Veranstaltungen durchzuführen, die NICHT unter §1 Abs 1 des OÖ Veranstaltungssicherheitsgesetz fallen sondern unter §1 Abs 2 . Das sind unter anderem Bildungsveranstaltungen und Brauchtumsveranstaltungen. Offenbar nimmt der Gesetzgeber an, dass bei einer Bildungsveranstaltung sich niemand besinnungslos ansauft und dann in eine Fensterscheibe fällt.
Es wurden in der Folge vom Verein Backwood also Vorträge und Kurse im Gebäude Garage Drushba organisiert. Einmal ist es dann noch vorgekommen, dass Bürgermeister Hölzl eine Bildungsveranstaltung nämlich einen Tanzkurs Landler bescheidmäßig verboten hat. Dies aber nicht wegen der Unsicherheitsfaktoren sondern offenbar auf Grund eines Irrtums. Der entsprechende Paragraf des OÖ Veranstaltungssicherheitsgesetzes dürfte von ihm eventuell ungenau gelesen worden sein, denn im darauf folgenden Jahr wurde der Tanzkurs Landler dann nicht mehr bescheidmäßig von Bürgermeister Hölzl verboten.
Ich komme zum Ende meiner Ausführungen.
Die bisherige Veranstaltungstätigkeit wurde wie eingangs erwähnt von der Kulturdirektion des Landes OÖ und von der Abt. Kulturinitiativen im BMUKK finanziell unterstützt. Aufgrund von kostspieligen Bauvorhaben des Verwaltungsapparates, S10 zum Beispiel, von Bankenrettung in Milliardenhöhe, hohen Minister- und Beamtengehältern und etc kann der Kulturverein Backwood jetzt nicht mehr von der Kulturdirektion des Landes und auch nicht vom Ministerium finanziell unterstützt werden. Mit anderen Worten: der Verein Backwood hat 2013 keine öffentlichen finanziellen Mittel mehr zur Verfügung.
Da der Verein aber ohnehin nur mehr in sehr eingeschränktem Rahmen und nur im Bildungsbereich tätig sein kann, macht das eigentlich nichts aus.
Die Gemeindeverwaltung kann nun jedenfalls den Kulturverein Backwood vorerst einmal mit 1000 Euro unterstützen. Der Verein ist sich im Klaren darüber, dass dies für die Gemeindeverwaltung kein großer Brocken ist, lässt sie doch an Zinszahlungen jährlich etwa Euro 40.000,00 in den Bankenkomplex fliessen. (Stand 2010).


mit freundlichen Grüßen
Karl Katzinger, Backwood Association Culturelle, Vorsitz